B.A. Digitale Wirtschaft (Live-Webinar) 28.05.2020 18:00-19:00 UhrÖffnen

Lernen in Homeoffice in Zeiten von Corona und danach! Einige Erkenntnisse aus der Gehirnforschung

Für viele, die neben dem Beruf studieren, ist es in Zeiten von Corona nicht leichter geworden: Zu Hause den Arbeitsplatz zu haben und dann auch noch vom gleichen Arbeitsplatz zu lernen - da verschwimmen nicht nur die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit, sondern auch die Grenzen zum Studium, das zwar Teil der privaten Sphäre ist, aber eben auch Arbeitsanstrengung und Lernaufwand bedeutet. Alles gar nicht so einfach! Gleichzeitig bietet die Sondersituation aber die Chance, sich verstärkt und intensiver Gedanken über sich selbst sowie seine Motivation und Kreativität zu machen. Die Frage „Was für ein Lerntyp bin ich eigentlich?“ ist generell wichtig, um sich das Studieren neben dem Beruf richtig bewusst zu machen und sich die Arbeit besser einzuteilen. Diese Selbsterkenntnis hilft enorm und kann auch Stress reduzieren.

Die Doppelbelastung von Beruf und Studium löst zunächst immer Stress aus. Der eine spürt ihn mehr, der andere weniger. Aus der Gehirnforschung sind drei Grundtypen „Mensch“ bekannt: der „Macher“, der „Gesellige“ und der „Analytiker“. Der Gesellige braucht Rituale und Routine. Der Macher benötigt Zeitdruck, unter diesem kann dieser Grundtypus am besten arbeiten. Der Analytiker braucht einen strikten Plan.

Dem Analytiker fällt das Studieren neben dem Beruf am leichtesten, so eine Erkenntnis. Man darf hier nicht zu stark pauschalisieren, aber die Tendenz, dass es diesem Typen leichter fällt, ist gegeben. Der Analytiker hält sich an seinen Lernplan, der über Jahre gehen kann. Er ist diszipliniert.

Der Macher liebt die Abwechslung. Er tut sich mit dem Studium und der Abschlussarbeit etwas schwerer. Er motiviert sich stark für das Ziel, also beispielsweise den beruflichen Aufstieg oder eine ganz konkrete Managementposition, die erreicht werden soll. Es kann aber beispielsweise auch das allgemeinere Ziel „mehr gesellschaftliche Anerkennung“ sein.

Der Gesellige braucht für das Studium eine Begleitperson. Wenn ein/e Freund/in oder ein/e Arbeitskolleg/in beim Studium mitmacht, so ist für diesen Grundtypen alles in Ordnung. Der Abschluss ist quasi in Reichweite. Die Vermutung liegt hier nahe, aber das ist letztlich immer eine individuelle Persönlichkeitsfrage, dass dem Geselligen auch Lern- bzw. Arbeitsgruppen sehr entgegenkommen.

Motivationscoach Cordula Nussbaum unterscheidet noch zwei Lern- und Arbeitstypen, die sich ganz gut mit den Grundtypen aus der Gehirnforschung ergänzen. Der Mosaik-Arbeiter ist einer, der gern in kurzen Abschnitten arbeitet. Jeden Tag ein bis zwei Stunden lernen neben dem Beruf ist ideal für diesen Lerntyp. Der Plattenarbeiter braucht dagegen längere Lernintervalle, um den Anschluss nicht zu verpassen. Gut für diesen Typ kann es sein, (nach einer Vorbereitungsphase!) Sonderurlaub zum Lernen zu nehmen und viel in langen Zeitabschnitten zu lernen. Für „kleine Lernhäppchen“ ist er eher ungeeignet. Auch die Abschlussarbeit will ein Plattenarbeiter eher in einem Stück erledigen.

Für beide Lerntypen, die nur als eine grobe Einteilung und Orientierung dienen können, ist eine gute Betreuung essentiell. Wir von der VWA München wollen diese geben und maßgenschneidert zur Verfügung stellen.

Arbeitsgruppen sind generell zu empfehlen. Arbeitsgruppen helfen und „beruhigen“. In dieser Zeit sind sie auch per Skype oder anderen online Kommunikationswegen leicht zu realisieren. Entspannung ist, bei allem Lernaufwand, ebenfalls als Ausgleich sehr wichtig. Denn: Das Gehirn muss sich erholen, sich auch einmal mit anderen Dingen beschäftigen etc., um wieder aufnahmefähig zu sein. 15 Minuten am Tag an nichts zu denken, kann sozusagen sehr produktiv sein. Auch in Zeiten von Corona wird das in den Park- oder Wald-Gehen empfohlen, alleine oder im engeren Familienkreis (je nach der sich möglicherweise auch ändernden staatlich verordneten Regelsituation). So schlimm die Abschottung für uns alle ist, vielleicht hilft sie an der ein oder anderen „Ecke“ in Sachen Konzentration, Kreativität und Motivation. Versuchen wir alle aus dieser instabilen Lage das beste zu machen.

Quelle: Die Welt Spezial. Fernstudiengänge. S. 41. „Kreativ auch unter Zeitdruck“. 7. März, 2020