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Der Sommer des Jahres 2018: Mehr als Hitze, Brände und Überschwemmungen!

Jeder wird für sich am Ende dieses Sommers eine mehr oder weniger positive Bilanz ziehen: Habe ich alle Prüfungen, die ich mir im Sommersemester vorgenommen hatte, gut bestanden? Gilt das auch für meine Haus- oder Diplomarbeit? War der Urlaub OK? Wo war ich in den Ferien und  was ist mir dort während meines Aufenthalts aufgefallen?

Ich selbst habe die Zeit in Portugal verbracht und mir ist so einiges aufgefallen: Trotz ausdrücklicher Verbotsschilder führen Hundebesitzer an der Algarve ihren besten Freund an den Strand, wo er seine Notdurft verrichtet. Die Hundebesitzer: Natürlich ohne Schaufel und Plastikbeutel. Die Mütter und Väter von Kleinkindern, die im Sand Burgen u. ä. mehr bauen, sind darüber kaum glücklich. Beim Einkaufen im Supermarkt erhält man an der Kasse unaufgefordert eine Handvoll Plastikbeutel. Plastik! Das anschließend die Weltmeere verseucht und eine Ewigkeit braucht, bis es abgebaut ist. Aber was heißt schon abgebaut: Teure Meersalze aus Frankreich enthalten schon jetzt bis zu 30% Plastikpartikel. Wohl bekommst! Ganz zu schweigen von den Meeres-Tieren, die unweigerlich das Plastik in sich aufnehmen.

Und dann die Berge von leeren Plastikbechern, Flaschen und Getränkedosen: Sie werden nicht nur in den (ungetrennten) Müllcontainern abgeladen, sie liegen am Straßenrand, in überfüllten Papierkörben (die dafür sicher nicht gedacht sind), zieren die Hutablageflächen von PKWs, rollen unkontrolliert zwischen Tischen und Stühlen in weniger hygienischen Bars und Cafés umher. Man könnte die Wut bekommen. Denn etwas weiter auf der Landstraße, vor der nächsten Ortschaft, entdecken wir die bei uns nicht gerade unbekannten Discounter „Lidl“ und „Aldi“. War da was? Ja, da war was, nämlich: In Deutschland haben diese Getränke- und Lebensmittelmärkte ganz selbstverständlich Abgabestationen für Leergut (Mehrwegflaschen und Dosen). Warum kommen sie ausgerechnet hier ohne aus?

Ja, natürlich, es gibt in Portugal noch keinen Dosenpfand! Und warum sollten sich  europaweit agierende Unternehmen, wie „Lidl“ und „Aldi“, gerade in Portugal bei Politik, Parteien und Verbänden dafür einsetzen, nach dem deutschen Vorbild, den Barcode auf (fast!) jeder Flasche und jeder Dose erkennende Leergut-Einzugsmaschinen installieren zu lassen? Sicher, das kostet erst einmal Geld, erfordert Investitionen, macht eine neue Logistik zwischen Getränkeherstellern und -Verkäufern nötig, das ganze muss auch den Kunden nahe gebracht und schließlich muss in der ganzen Gesellschaft dafür entsprechend geworben werden. 

Was unternehmen wir in Sachen Plastik? Es geht ja nicht nur um die Tragetaschen, die bei uns schon häufig (wenn auch zu niedrig) bepreist werden, es geht um die Plastiktüten, die wir mit Obst und Gemüse füllen, das wir anschließend an der Kasse abwiegen lassen, es geht um das in Plastik eingeschweißte Fleisch, die Wurst, den Käse und viele weitere Lebensmittel. Man könnte Plastikverpackung solcher Art besteuern, aber das macht nur Sinn, wenn man über Alternativen in der Verpackung verfügt. Deren Einsatz würde attraktiver, sobald sich der relative Preis zuungunsten des Plastiks verändert….

Umweltschutz ist eine ganz praktische, ja alltägliche Angelegenheit, man kann sich indifferent abwenden oder mitmachen, auch im Urlaub. Sprechen wir die verantwortlichen Filialleiter von „Lidl“ und „Aldi“ doch einfach mal darauf an. In Portugal und in Deutschland. Und unsere Politiker: Jürgen Trittin hat den Dosenpfand als Minister eingeführt. Sind ihm Defizite auf diesem Gebiet bei den europäischen Nachbarn gleichgültig?

Für solche Themen braucht es auch keine europäischen Einheitslösungen. Deutschland war und ist beim Dosenpfand Vorreiter und könnte für andere Länder hier ein gutes Vorbild abgeben. Nationale Lösungen sind möglich und sinnvoll. Es gibt genügend andere Politikfelder, wie die Außenpolitik, die Energiepolitik oder die Sicherheitspolitik, bei denen europäische Einheitlichkeit geboten ist.

Wetten, dass jemand Lust hat, über solche Fragen und Problemkreise bald eine Haus- oder Diplomarbeit zu schreiben?